Zeitkunst – Filmvorschau

Einen ersten Eindruck vom Zeitkunstfestival im November, bei dem auch G13 mit einer Neubearbeitung von Schoenbergs „Pierrot Lunaire“ auftrat, bietet seit kurzem der Trailer zur Zeitkunst-Dokumentation von Marieke Zwilling. Der kurze Ausschnitt von einer Generalprobe im Radialsystem macht schon gespannt auf den vollständigen Film – wir freuen uns!

 

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(ohne titel VI)

so ist es: verfolgbar, entwöhnt
perforation fenster
dreiste anwesenheit von gegenständen.
was machen die pferde hier
die honigkuchenviecher grasen
den zucker von der tapete.
es fängt an ich gehe
über die oberfläche des abtropfsiebs
und staune, da sind löcher drin
die pferde spielen domino
jetzt füße in bewegung

dann geht alles ganz schnell
ich zieh den mantel an, aus
durch den flur, an aus die tür
stafetten giraffen spione
ich, ich äugl mit den tierchen an der wand
amöben balzkäferl mahagoni
irre! diese makrobiotische struktur. irre!
ich, ich küsse, küsse die fliegen die wand hinaus
draußen ist es
sich zu raufen in dem mantel aus spänen
konkrete häuslichkeit à la bonheur

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G13 wird Mitglied im Forum der 13

Nachdem (fast) alle Abgesandten des letzten digitalen Konzils dafür gestimmt hatten, erreichte Max Czollek, G13, soeben das LogIn für das Forum der 13. Dieser ehernen Kampfplatz der deutschsprachigen Lyrik hat also seine Tore aufgeworfen. Die Begebenheit wurde durch die Übergabe des F13-Banners gefeiert. Alles ist Freude und Plattform: www.forum-der-13.de

*Eine Richtigstellung in eigener Sache: Wie bekannt reisten die Gründer des Forums der 13 kürzlich durch die Zeit um G13 namentlich zu delegitimieren. Darum sei noch einmal und gerade an dieser Stelle betont: wir haben nicht geklaut! Unsere 13 steht nicht für eine Anküpfungen an Gewesenes! Es ist der Stuhl, der uns zu weiterem inspiriert: http://german.alibaba.com/product-gs/2011-newest-relax-massage-chair-wdf-g13-405159122.html

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40% Paradies – Abschlusslesung

am 17.12.2011, 19:30 Uhr

in der Lettrétage

Methfesselstraße 23-25, Berlin-Kreuzberg

Am 25. Oktober startete G13 mit „40% Paradies“ einen Workshop für alle, die an Gegenwartslyrik interessiert sind und auch selber gern Gedichte schreiben oder schreiben wollen. Die Werkstatt war kostenlos und offen für alle.

Unter der Leitung von Bas Böttcher, Björn Kuhligk, Ulf Stolterfoht und Daniela Seel wurden die Themen Rhythmus, Metapher, Form und poetisches Personal ausgeleuchtet und die Texte der ca. dreißig Teilnehmer gemeinsam diskutiert.

Zwölf von ihnen stellen nun ihre Ergebnisse der Öffentlichkeit vor. Wir sind gespannt und laden herzlich ein zu einer vielstimmigen Lesung!

Gefördert durch die KiezAktivKasse Berlin- Kreuzberg.

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[advent]

advent, die angst zieht furchen am esstisch
blickt den zucker entlang auf verkantete hände
das war ein jahr zum platzdecken falten
du zählst leise kontraste von wortwahl und zeitform
alles hat seinen preis. eine bleibt. züchtet unrat
und benutzt mehr geräte. im haus ziehen lilien
wasser aus porzelan. das ist staubfängerdenken
also starr nicht so auf die engel und kerzen
gleich schmelzen sie, gleich, bringen dich wieder
zum nachschlag auskratzen, dabei ist es nur pudding
nicht trennscharf die bilder vor dir im flur
die dich kälter erwischen als geplant.

Veröffentlicht unter Friederike Scheffler, TEXTE | Verschlagwortet mit | 1 Kommentar

[irgendwo, als] tabea zum geburtstag

irgendwo, als sich zwei fingerkuppen rührten: kappten / spürten,
war der hund vor allem zunge, frei heraus, als du am atem saßt,
auf zwölf quadratmetern lieber ballungsräume schufst und mit den
blüten einer verzweigten hirnkrone spieltest, als das tier zu nabeln,

als prädestiniert zu praktikablem, was noch leistbar war, und du
kapptest / spürtest. liebe zu. die körper deiner umwelt. immerzu.
am wegrand lagen die fragen als geworfene welpen auf der hand:
was ist, wenn ich heute nicht beginne? warum darf ich in fünf

jahren noch arme haben? wo, wenn nicht hier, stehen die zeichen
auf kalt, und warm? in schleife: du kommst nah und näher, wenn
du einen ort in der zeit meinst, wo nach dem ausfall eines haares
etwas nachwächst, das so nicht geplant war. die box öffnet sich,

und alle zwölf haben überlebt: es sind mischlinge, bringsel eines
gar nicht mal unschönen wunschdenkens, deren aufzucht sich wie
musik anhört in deinen ohren, schnelle musik. als ob sich winseln
off-topic in einen lagebericht über künftige berührungen mischte:

hüfte, bauch, braue, normalverteilt aufs trommelfell. und vibrierte,
kuppen, die zittern. du hielst die angeleckten finger gegen die luft
und blättertest um: zu wittern, was warm wirkte, oder kalt würde,
an einem ort in windrichtung, wo zwei dinge vor allem eines täten.

Veröffentlicht unter TEXTE, Tristan Marquardt | Verschlagwortet mit | 5 Kommentare

(ohne.

Und wenn die straßen vor dir alle sind
und die wochentage an der planke lehnen
wie gäste die sich verhalten
dann steigen kraniche aus den lichtkegeln
zurück in die trabantenstädte wo sie wohnen
immer und immer wohnen
das trottoir ist eine schiene aus ritualen
wie die finger an den fugen vom gästeklo
oder das offene gesicht am anderen ende
vom memory der schritte
jeder zweite ist das meer und china
liegt an der brücke im graben und weint
sometimes i feel a little verstört
denn es gibt solche solche und jene
es gibt d dur bohnenstroh und kraftstofffilter
was bleibt dann noch als die treppe zu nehmen
im innenhof die kartons zusammentreten
weitergehen die lippen schürzen
als hätten die stoffe einen neuen bezug

Veröffentlicht unter Maria Natt, TEXTE | Verschlagwortet mit | 5 Kommentare

flaschenfüllen. münzen.

als wir von kippe zu kippe springen
unter den leuchttürmen
ein einmaleins von gesten spielen
(wiederholung, ablecken
von umschlagplätzen)
meine ich kurz, es ginge was im rauschen
dieser zwischenformation

vielleicht                 oder vielleicht sollten wir
grossstädte gründen, wo man anlegen kann
in gestrandeten schiffen, wo trampelpfade
nur am äusseren rand
verkehrsberuhigte zonen kreuzen
(kleine schildchen, kiesweg)

dann fällt das fengshui meines ausgelagerten hirns
auf den boden der flasche
aber das geräusch geht unter im nachklang
und meine zunge steckt
in einer schonhaltung
sie liegt zu lange an land
um eine nachricht ins wasser zu werfen

Veröffentlicht unter Tabea Xenia Magyar | Verschlagwortet mit | 4 Kommentare

jäger im schnee

schnee. bleib stehen. die bäume werden verschickt. von irgendwo
folgen blicke. bieten den wolken hilfe an. stöbernde jäger
in kosmischen mückenschwärmen. stemmen den himmel. sie lassen
die hunde gehen. beine. in plastiktüten fahren sie auf. zum schein.
noch dienstag hätten wir sie eingeladen. warmes versucht. drei jahre
nichts als das weiße blatt. die bäume feste im eis. doch davon kein wort.
sie kommen. brauen am leeren hügel. trau ihnen nicht. im frühling
tragen sie andere mäntel. gib ihnen spuren auf.
kl
wir werden nach norden weisen. zur bevölkerung: dort
liegen die sprengmeister im bett bis um zehn. und keiner schaut
auf von der zeitung. bären lavieren wie zur saison. im kellerfenster
hört man den fenchel atmen. die wälder aus span
die schneisen gott steh ihnen bei. wär unsereins
nicht so still gewesen. brotrauch. die augen eine leere weste im aufschlag.
in all diesen jahren. wär der stahl nicht aus sternen gefallen.
zwei drei gezupfte strähnen im topf. in der suppe die speite vom wald.
kl
und wenn sie weg sind. die schuhe an schnüren hängen vorm haus.
die spuren fasane aus schmutz. fallen schlieren vom himmel. die zähne
an stangen im schober. wo ein heiland schläft und schläft.
dann schlagen wir leise die bücher auf. vermerken die knöpfe
an ihren mänteln. einzeln die namen der hunde.
unterm moos liegen lichter. beim wischen des tisches ist es
als riefe uns jemand aus einem maroden raumschiff.
fällt schnee auf die neuen maschinen im hof.

Veröffentlicht unter Linus Westheuser, TEXTE | Verschlagwortet mit | 9 Kommentare

peking im schlaf

ich will dass gift in den wein gestreut wird
und salz in die wunden
und dass die kalte schulter fremde wärme sucht
(yan jun)

der stadtgott in den kameras
hat schichwechsel, in chaoyang
hält der atem an taxiständen

als ob das so einfach wäre
in den dehnungsstreifen des winters
lichtkrümel zu sammeln

futter für übersetzbare katzen
die lieber streusalz fressen
aus den wunden, von den straßen

liest man träume wie den people’s daily
balanciert die risse im gehweg und sucht
jemanden der weiß, wie man das anhält

Veröffentlicht unter Lea Schneider, TEXTE | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar