echtzeitrandom

funktionale gesichtsmodule
in apricot und wasted 
verzögerter wechselbetrieb an allen knicken 
in der matrix jeder zweiten pupille
bilden sich ablagerungen vom spätmärz
und ähnlichen umstürzen:
- filialenräumungsverkauf
- geöffnete sonntage
- impulsschwankung elektronischer schaltungen
(z. b. thermisches rauschen eines widerstands)

als wäre die skyline ein scherenschnitt
to do it yourself und alle straßen origami
so formschön wie die plattentektonik
in dieser landschaftssequenz 
kotzt der morgen jeden lichtbrocken einzeln 
vor die peeptoes der nacht
die zigaretten austreten wie nebenschauplätze 
hier schneiden schritte durchs zeitgeschehen
wie durch bodenwellen
im dutyfreebereich der innenhöfe:
audioproductions mit abrissbirnen
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1 JAHR G13-BLOG: BEST-OF

Vor genau einem Jahr ist unser Blog online gegangen und wird seither fast täglich mit neuen Beiträgen gefüttert – 250 sind es im Moment. Nebst einem ersten Hinweis auf unsere Jubiläums-Lesung am 26. 3. in der Lettrétage Berlin, die noch ausführlich angekündigt werden wird, findet ihr zum Geburtstag hier noch einmal den meist angeklickten Text von jedem/r aktiven Autor/in, ein kleines Best-of des G13-Blogs:

Rebecca Ciesielski: genegoismus/denn irritation ist das meiste

Max Czollek: Mail an N. – Variation –

Paula Glamann: Glucks gebährt

Helene Könau: erdbeerkuchen durch zwei auf dem kopf

Alexander Makowka: ach horch der losen kampfgewitter

Tristan Marquardt: (ohne titel / ohne titel)

Maria Natt: 12052010          1347            Bauwagen

Can Pestanli: Alles ist gut

Friederike Scheffler: bordeaux – berlin

Lea Schneider: (ohne titel)

Yin Tsan: Zur Arbeit

Linus Westheuser: ich bin verliebt in die großen vögel

Ilja Winther: reiserinnerungen

Nele Wolter: (ohne titel)

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(ohne titel)

geregelten erlebens. den kopf in schieflage (zerzaust / zerbirst) und
wirken lassen. tätigen auges. die fassung finden / winden, und das ein-
dringen der dinge: erbaulichkeit unter glukoseabbau als seelische tätig-
keit: land schaffen, ergänzen durch sprengung der äußeren grenzen,

will heißen / heißt fürwahr: waldeinsamkeit. noch in den windeln fängt
das kind zu wachsen an: so weit, so wenig hiesig. entbehrt der welt. was
(öko / homöo) gefällt, ist fälligst hier von anklang an: du grünes, patho-
logisches revier(?). dann hypothalamus-erguss. die quellen schon im

vollen gange: schöpflich ist, dass fließt, was floss. floß: das schütteln des
vokabulars. steigung des haars, bis in die spitzen. gänse am werk. galt es
ja, den wald zu stillen. hat ohnehin seit ehedem birksam entleert gewirkt:
kein wild, kein kraut, allein: das nichts, das schnabuliert. wallung sowie

so und in der drüsengegend stimmung: lage ausdrücklich. wie aufhörn,
wenns am besten schrullt. erschlaffung sonder schlaf: halte dich bedeckt,
die mutter gottes wacht. und darauf passt wie eine faust auf die parabel:
sacht vs. schön / der abend kommt, die quellen gehn. das nennen wir

passabel! das lassen wir! anders aber: sternenkleid. nur unter zufuhr der
gesichte. transzendent light. da ist noch etwas wiederholung muss: wald-
einsamkeit. so wieder einmal über sich hinaus gewachsen. es schließt das
lid den kreis. d.h.: gute nacht! – allein der nachwelt usf. sei es vermacht.

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BILDER: Rike & Max bei Kreuzwort



bilder: kristoffer cornils

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bauernstad

neulich im warmen der putz war beiseite zu
schieben gewesen dass niemand bereute den
schritt hin zum nächsten und über die schwelle dem
hemmnis gefängnis und doch wieder quelle des
denkens sich deckens geräumiger flügel zur
landschaft des bauern wie beim alten brueghel die
stückweit gezogen von manchem auch selber vor
tauben und matten mit fleischlosen kälbern den
vorzug bereitete sonnigen tagen an
welchen es schwerfiel dem schein zu entsagen als
eigenes vieh auf der eigenen weide so
darbten die kinder im land voll getreide in
garben entschieden sie dieses zu frachten bis
bildungsbedingt alte muster verflachten und
scheunen die folge auch spreulos erlebten auf
dielen die meist unterschwellig erbebten wenn
besen an stielen sich so lange regten dass
putz leise rieselnd die wege verlegte die
dort nur zum atmen und hier auch zum holen von
luft gebrauch fanden wann immer empfohlen in
pausen des zwitscherns wie damals im felde der
auftritt der strauße mit schrecklicher bälde das
wohlige wahren gestört und der matten auf
brüche entsprechend als frühfolge hatte bis
hin in die stadt deren reichlichstes wesen im
wohl überlegten gebrauch eines besens schluss
endlich erkannt wurde mitten in gängen und
zimmern von ausmaßen reinlichster länge und
breite und höhe aus welcher hernieder die
zweite erkenntnis wie staub auf die lider sich
legte dass putz wenn er rieselt auch bröckelt und
mit ihm der hiesigen schönheit ihr söckelchen
welches da eben aus einem vernehmen und
sonst hinter putz auch aus steinen die lehmen für
abwechslung sorgten bestand und deswegen im
voraus verschoben gestützt und dem segen des
hauses als einem von vielen zwar anvertraut
wurde selbst wenn niemand räuchern mit kampfer dort
wollte solange natürliche taten das
gare zu machen vermochten dem braten der
fleischlos noch immer am besten gelänge und
spreulos das backen nur die zeit verschlänge die
jeder verzehr eines normhühnerspiegeleis
relativ zu dem verzehr eines ziegelstein
großen geleges von straußen benötigte
dafür war aber das mehl etwas rötlich und
nicht etwa lehmstaub erschuf diese farbe es
lag an dem mehl auch das bis hin zur garbe durch
keine behandlung vor allem entstand wenngleich
deshalb hier oben es keine spur sand gab denn
eher nach unten gelangte geriesel das
ähnlich vergeblich wie im schuh der kiesel mit
besengewalt sich beseitigen ließe und
ferner das warten auf jenes sich schließen der
flügel zur landschaft vergeblich erschien in der
bauern sich drehten mit festlichen mienen und
passend zum bild musizierten und lebten auf
dielen die auch oberschwellig erbebten

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lampedusa Isola

die gesunde promenadenmischung aus urlaub und abwesenheit
im radio erste meldungen die welt erholt sich von der krise
an befreiten strandmeilen in europas süden der welt
in den frühen morgenstunden jogger und kaffeebecher
vereinzelt gestalten die letzten müll räumen wie
die überreste im grenzzaun vorgestern nacht
ein paar körper haben es an die küste geschafft
und einer muss es ja weg machen voll beschäftigt
für die binnenkonjunktur maurer und fangflotten
die brauchen mehr stoff und
patronen für danach

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privates liebeslied

oh mei dier, ich schreibe dir:
halbstadt an der dosse wars.
wir treffsicheren: unter ulmen.
wer wenn nicht wessen. halte
ein gedenk: du wolltest mit-
nichten verwaisen. sprachst:
geld macht nicht glücklich
nämlich das der anderen.

es standen sich zwei stiere
gegenüber. zwei blicke auch.
es schnaubte: schau! auf jener
seite: säcke halfter riemen
stricke. auf dieser: stanze pfra-
pfen staffel zapfler. glaubste
im ernst da gab’s keinen zoff?
und ob und obwohl und ordent.

was gilt gel? wollten beflissene
wissen. wer fragte nach wert.
ich zückte ein zucken und
bestach sensuell. ging schnell.
ich hätte schon früher einen
an der stärksten waffel gehabt
waren witze. das saß und sitze.
und schließlich legte sich der

streit. wir kochten. eingelegter
senf-rochen mit rötelwurst und
pinienspetzeln. ein gehacke sag
ich. sacke! dafür schnaps / nicht
wahlloses palaver: aus quetschen
delektierten manche: nur 15 %
der deutschen wollen neben aus-
ländern wohnen. es schmeckte.

schmuk sich der magenkuhle.
kluges stellte mich vor wahl.
ich verstand wal und beölte
leinwände in inneren untiefen.
dann tratest du wieder dazu und
küsstest meine ohrmuschel. ich
wurde hund in deiner haut. po-
littickli inkorreckt deine lippen.

(labial rochst du warm. nur der
stalin in deinem gebiss war wie
ein schmiss). antlitz anterior im
wohnungskorridor: wir sagten
uns tschüss und grüß gott. der
plot: du wurdest bürgermeisterin
in sindelfingen. ich hing in bingen.
unumwunden war trotzdem noch.

verschwunden war auch nicht das
manni-ding. wir rieben uns am
schmieden südlich, sondern. kredit
war dein credo: du und alfredo. der
wirt wurde vergangenheit und ging.
du bliebst der hauptstadt illiquid
(zum kapital siehe drittes kapitel).
wuchs alsdann ongkohr ausspruch:

besuch. die fronten gruben sich
von vorn. feucht neu-morbid. das
grenzgebiet der eiderente. ein
weiches dumpfes dreisilbiges
huhuúuu das übers watt sehr
weit zu hören ist. der ruf von
jungen erpeln kommt heiserer
daher: grogroó (lautmalerisch).

mir war mein biologismus jesus.
stopp! statt rede: fluss. ich fragte:
muss zahnfüllung dem zeitgeschehen?
lieben! wir zweifelten des öfteren: in
umfragen mehr schleier als 1807.
sonst beim alten geblieben. fürs
einparken langsam und vorsichtig
die kupPlung kommen lassen und gas

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warschau I

aus dem bonbonglas des ticketverkäufers
hast du dir eine handvoll träume gegriffen
die lagern in deiner hosentasche manchmal
greifst du danach

____________für die intervalle
gibt es eine melodie im ohrenkabel
die abwesenheit einer vermutung

zur trümmerstunde eines morgens
geht dir warschau nicht mehr aus
dem kopf – du schlägst die augen zu

____________ein halbes jahrhundert
später läufst du alte ghettostraßen hinab
dein gestrandetsein in dieser märzsonne
der stein auf dem du dann beinbaumelst

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LESUNG: Rike & Max bei Kreuzwort

… am Montag den 14.3.11, 20 Uhr.
Primitiv Bar in der Simon-Dach-Straße 28

Max Czollek

Björn Kuhligk

Friederike Scheffler

Tom Schulz

Nach Lea, Can und Tristan haben nun auch Max und Rike ihr Gastspiel bei unserer Lieblingslesereihe Kreuzwort. Besonders schön, weil mit Björn Kuhligk, dem alten Mentor aus open-poems-Zeiten.

Näheres auch unter: http://kreuzwortberlin.wordpress.com/und bei Facebook

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(ohne titel)

bitte verzeih mir, aber ich bin auf der suche nach einem gewissen
wirsch. er wurde, so glaube ich wissen, zum letzten mal in voller
fahrt ertappt, an einem zahltag, dann hieß es klartext, dingfest, keine
kamellen: auf der jagd nach, in der tiefe des molochs. du erinnerst

dich doch? damals sagten sich fuchs und – du weißt schon – noch
deutlich mehr als ihren weniger animalischen, aber sicherlich etwas
unmenschlichen gegenparts. die nie, wenn ich so sagen darf, wirklich
nie, im schlaf dran dachten, aufzubegehren, ausdrücklich. zumindest

hätte da viel passieren müssen. gut, es gab zugegebermaßen keine
konserven mehr, in petto, eine art geschnitzter patzer, aber das ist
von mir aus / und vorbei, zumal: von dauer waren diese kaum mehr
haltbar, sondern fast schon unhaltbar zu nennenden fabeln ja selten.

gut, ich weiß auch, das wirkte unziemlich, ziemlich. was aber, das
wird man schon noch festhalten dürfen, vor allem daran lag, dass –
und nicht, dass nicht. apropos: hattest du je gelegenheit, die kontur
einer kontur zu beachten? sag es: mitnichten! denn genau das ist

der punkt: würden sich die zwei seiten der medaille nicht dermaßen
gleichen, wäre das prozedere von vornherein differenziert entgleist,
um nicht zu sagen: entschwunden, und: abgehauen, oder auch: nicht
mehr aufgetaucht – je nach blickpunkt, also unwirsch, allerorten.

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