LESUNG „Erschlossenes Land“ / 03.02.11, TIK-Nord

Piano im Loop. Darüber Text. Zuhause ist überall, wo sich ein Gedicht ergibt. Die Welt eine zerkratzte Platte. Ab und zu springt die. Und wir haben einen Drehwurm. Ohrwurm. Es gibt Orte, die Summen dich mit, wenn du auf Reisen bist. Genauere Beschreibung auf dem Weg verloren gegangen. Oder vor einer Grenze verschluckt. Dauerschleifen der Straßen. Hosenträger-Jazz. Ein Abend für die Risse im Vinyl.

Eine Lesung von Max Czollek, Maria Natt, Friederike Scheffler.
Mit Musik von Vermont Piano Moving Company.
(http://www.myspace.com/vermontjoyparade)

Donnerstag 20 Uhr, TIK-Nord, Rigaerstr. 77
Eintritt 4,- /erm. 3,- Euro

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dub-step-revolution

ein morgen als voice over
das ende der chiffre detroit
unter monochromen rubbellosen
an denen niemand mehr kratzt

an den postschaltern wachsen die zelte
zur hochkonjunktur der brieftauben:
kabellose über transmediterrane gefälle

und kairo liegt im mariannengraben
von windgeistern gordisch verknotet:
zu viele schwerter für den konjunktiv

wider die starre grundierung
unserer eingespannten himmel
die phantasie vom untergrund
im sound einer fahrenden u-bahn

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gesetzt des falls bananen
und andere früchte frühlocken.
erst! räkeln sich im bälgerkorb,
dann! stürzen sie sich schreiend
dem bodenfesten. baubebau.
die bilder des tages sind
unbewohnt. und es melont,
schnalzt süß aus allen ecken:
leben. viel zu entdecken eben.
eides und geschwüre (wirre), privat,
geklärt wie klima zu verorten
und was am dschihad stört.
wällniss auf einer länge
wie lang mit steigerkeit,                            
wie vérité, wérité, werri-T,
wie birst-würfe schallscherben in
fruchtfleisch, fruchtlust, fleisch-heisch
im sprüh, im dazwischen, im wieder-dazwischen:
zitronen, ziteronen, die zitrig
zu liegen auch hier, zitrionen.

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» dass die entstammung des walds

» dass die entstammung des walds die grammatik verletzt, ist leidlich
bekannt. ja, es liegt in der wunde. am salz. aufs entblättern. in diesem
sinne: auch das im stich belassne, fast. das obwohl der konstruktion
/ sich das gefüge gefügig gemacht. » denn meine herren, wo genau

liegen denn unsere wurzeln? sind wir urvölker post scriptum? oder
wie ging das dictum? das diktat war im westlichen wesentlich: es
wurde en detail gefällt. kein papierkram, nur papier. ein meter im
quadrat für 12 euro: nicht die bohne, abgesteckt. sowie verortung

von monokultur auf off-bühnen, hauptsächlich, schmerzgedächtnis.
bis, ja, bis. » also, spitzt, eure zunge. dann scheisst auf münder, enthebt
den brunnen! auf keinen fall. doch! macht gesund! erzieht euer viech
zum blindenhund, egal, irgendwas, engagiert das tier. auch das licht

im bundeskanzleramt verfügt jetzt über neue birnen. verdammt. das
geknipste und schnipsel. das geknickte schnitzel. wuchs manches aller-
hand. und in diesem land lebe ich? westlich der oder, seitlich der mosel?
von wegen dusel. frage, verantwortung: mops oder pudel. her damit.

schnitt. » besinnung auf wesentlich. wer lebt auf der anderen seite
des besenstils? was wär, wenn ich – persönlich – 1982 – den einen
schritt gegangen wär? vom breisgau zum kraichgau: die landschaft, sie
erwiese sich. sie spanne den bogen. lande langsam. finde zum punkt.

Veröffentlicht unter TEXTE, Tristan Marquardt | Verschlagwortet mit | 4 Kommentare

abends:

was passieren könnte passt in eine teeschale ohne boden
die erst im dritten aufguss gefüllt wird dann tropft
melancholie auf die tischdecke das geht nie wieder raus
sagt einer wo er recht hat wächst earl grey und sencha
über dem ende des tages flimmert tiefergelegte sonne
in den kammern wie auf einem alten bildschirm
die acht-uhr-nachrichten vorüberziehen späte vögel
auf allen wegen die hinführen nach mittags schon
zu südlichen punkten gedacht ein kleines vakuum
in der werbepause  für das was jetzt passieren könnte

Veröffentlicht unter Lea Schneider, TEXTE | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

ach horch der losen kampfgewitter

ach horch der losen kampfgewitter
hallt schon wieder durch die welt
noch sind drei tage bis zur mitter
nacht da sich das jahr einstellt

jetzt schau der kleinen knallgewitter
fetzt schon wieder auf der welt
noch sind drei stunden bis zur mitter
nacht da sich das jahr einstellt

dann spür der großen farbgewitter
fährt schon wieder in die welt
es ist jetzt punkt genau die mitter
nacht da sich das jahr einstellt

doch glaub das teure hauptgewitter
klingt gleich nicht mehr auf der welt
ne halbe stunde nach der mitter
nacht da wird es eingestellt

und denk der einzeln scheingewitter
sprengt verbreitet in die welt
vor einer stunde hat die mitter
nacht das jahr nun eingestellt

ach horch der losen kampfgewitter
hallt noch immer durch die welt
vor vielen stunden hat die mitter
nacht sich wieder eingestellt

Veröffentlicht unter Alexander Makowka, TEXTE | Verschlagwortet mit | 3 Kommentare

dear euphoria

eine spur noch
bevor ich abdampfe
die kessel schon im sack
ein pack weh auf der hucke
nach den trümmern dieser stadt
eine die abflog und eine
die stehen bleibt
auf der fußmatte
und abschied winkt
 
einige stunden rückenwind
schreien abwärts dir zu
durch stahl-blaue augen
vor meinem nächsten landgang
auf den absturz getrunken
in die zwischenzeit geschossen
in mein morgen von gestern
wir werden weiter kämpfen
in diesem krieg
ich bestehe noch immer
 
aus schichten unterschiedlich
gelagerter i punkte
unter meinen flügeln
stehen deine waffen still
wir könnten briefe schreiben
feldpost – we could sent letters –
nullstellen auf weißem papier
und niemals aufhören

    fertig zu werden
Veröffentlicht unter Paula Glamann, TEXTE | Verschlagwortet mit | 4 Kommentare

szenen mit kunstrasen

zwei stehplätze im windkanal (regen)
die steppe im blickfeld hetzten wir
uns tageslicht an den hals
und deine abschüssigen augen
wie rolltreppen ins innere
einer großfiliale für gefälschte horoskope

das war alles was verband
beiseite gelegt den bröckelnden mai
eines jahres (ohne zweifel)
über eigene bodenhaftung
ahnten die sturmmöven wenig
beim abzug fesselte rückblicken
an szenen mit aufgerolltem kunstrasen
für geradere schritte und navigation
unter der hand doch ich
lehne weiterhin an deiner
(nicht mehr gereicht)

Veröffentlicht unter Rebecca C., TEXTE | Verschlagwortet mit | 1 Kommentar

nicht apokalyptisches II

ja ganz vergessen. janz. den frühen morgen.
vor verliebtheit in die untergänge.
nachmittags verstumm die vögel, aber jetzt:
kein harm und diese im los gelösten
aufbruchs sonnendampfgerüche: küche.

irgendwo dahinten in der stadt: ein aufspielen.
sich sommer einzubilden in zum himmel
schreibender druckender stille.
noch süßer knoblauch klebt an den zähnen,
im gähnen öffnet weltbezug beraubtes.

unapokalyptisch unentschiednes
sammelt sich verlässlich überquellend,
sacht: eine seltsam herkunftslose liebesnacht.
weder ein hier noch diesseits zwischen
den segmenten. und im kern: hast du wohl gern.
 
im frühtau bekommt schöpfung eine ganz andre
schöpfung. die vorstellung: sie beginne, die
vorstellung als: erst, dann, dann. problem: wann.
fenstervorhänge zappeln und jauchzen: morgen!
gestern noch. da fehlte. jetzt sonne als avantgarde.

Veröffentlicht unter Ilja Winther, TEXTE | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

INTERVIEW mit Tristan zu Literatur und Internet

Tristan spricht mit Kristoffer Cornils, Literaturkritiker und Mitorganisator der Lesereihe „Kreuzwort“, über das Internet als literarische Plattform, literarisches Medium, den G13-Blog und die Mystik des Pseudonyms:
http://kreuzwortberlin.wordpress.com/2011/01/18/interview-zu-literatur-internet/

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